Das BDH-Siegel
Geprüft heißt geprüft. Nicht „uns gefällt das Bild“.
Das BDH-Siegel ist ein Mindeststandard, kein Geschmacksurteil. Öffentlicher Claim: Geprüftes Mitglied nach BDH-Kriterien. Es sagt euch: Dieser Fotograf arbeitet als angemeldetes Gewerbe, fotografiert regelmäßig Hochzeiten und hat eine geprüfte Vertragsgrundlage. Nicht mehr, nicht weniger — und genau das ist der Punkt.
Warum es das Siegel überhaupt gibt
„Hochzeitsfotograf“ ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Jeder darf das Wort auf eine Website schreiben, eine Kamera kaufen und am Samstag den wichtigsten Tag im Leben von zwei Menschen begleiten. Das ist für viele Paare unsichtbar — bis etwas schiefgeht.
Das Siegel schließt diese Lücke an einer schmalen, aber entscheidenden Stelle: Es trennt die Fotografen, die nachweisbar als Profi arbeiten, von denen, die es nur behaupten. Es bewertet nicht, wer die schönsten Bilder macht. Es belegt, wer auf einem überprüfbaren Fundament steht.
Was das Siegel für Paare bedeutet
Für euch ist das Siegel eine Abkürzung durch eine Entscheidung, die ihr sonst nur über Bauchgefühl trefft. Ihr seht auf einen Blick: Hier hat jemand geprüft, dass dieser Fotograf ein Gewerbe angemeldet hat, dass er nicht zum ersten Mal auf einer Hochzeit steht und dass sein Vertrag euch nicht im Regen stehen lässt. Was das Siegel euch nicht abnimmt: die Entscheidung, ob euch die Bilder gefallen. Das bleibt eure.
Was das Siegel für Fotografen bedeutet
Für dich ist das Siegel ein Argument, das du sonst mühsam einzeln aufbauen musst. Statt im Erstgespräch zu erklären, dass du seriös arbeitest, ein Gewerbe hast und einen sauberen Vertrag stellst, steht das „geprüft“ neben deinem Namen. Es verkauft nicht deinen Stil — das tust du selbst. Es räumt nur die Vertrauensfrage aus dem Weg, die jedem Stilgespräch im Weg steht.
Die Prüfkriterien — jedes einzeln erklärt
Wir prüfen vier Dinge. Jedes hat einen Grund, jedes wird belegt, keines ist Verhandlungssache.
1. Mindestens 10 Hochzeiten pro Jahr
Warum es zählt: Eine Hochzeit lässt sich nicht wiederholen. Routine entscheidet, ob jemand mit wechselndem Licht, knappem Zeitplan, angespannten Familien und einer Kirche, in der man nicht blitzen darf, umgehen kann. Zehn Hochzeiten im Jahr sind keine hohe Hürde für einen Profi — aber sie trennen ihn vom Gelegenheitsfotografen.
Wie es nachgewiesen wird: Über die laufende Tätigkeit, sichtbar im Portfolio und im Geschäftsbetrieb. Wir verlangen keine Offenlegung von Kundendaten. Es geht um den Nachweis, dass Hochzeitsfotografie dein Beruf ist und nicht dein Hobby mit Rechnung.
2. Angemeldetes Gewerbe
Warum es zählt: Ein angemeldetes Gewerbe ist die Trennlinie zwischen „macht das professionell“ und „macht das schwarz“. Für euch als Paar heißt das: Ihr habt im Zweifel einen echten Vertragspartner und nicht eine Handynummer, die irgendwann nicht mehr drangeht.
Wie es nachgewiesen wird: Per Kopie der Gewerbeanmeldung. Kein Selbstauskunft-Häkchen, sondern ein Dokument, das wir sehen — der härteste, eindeutigste Nachweis in der gesamten Prüfung.
3. Vorhandenes Portfolio
Warum es zählt: Ein Portfolio belegt, dass tatsächlich gearbeitet wurde — an echten Hochzeiten, nicht an Stockfotos oder Übungsshootings. Wir prüfen, dass ein belastbares Portfolio existiert, nicht ob es unserem Geschmack entspricht. Die Bandbreite an Stilen ist gewollt.
Wie es nachgewiesen wird: Über die im Profil hinterlegten Arbeiten und die öffentliche Präsenz des Fotografen. Es muss erkennbar sein, dass hier reale Hochzeiten dokumentiert wurden.
4. Geprüfte Vertragsgrundlage / AGB
Warum es zählt: Hier entstehen die meisten echten Schäden. Was passiert, wenn der Fotograf krank wird? Wem gehören die Bilder? Bis wann wird geliefert? Eine geprüfte Vertragsgrundlage sorgt dafür, dass diese Fragen vor der Hochzeit beantwortet sind — und nicht danach vor Gericht.
Wie es nachgewiesen wird: Der Fotograf legt seine Vertragsgrundlage bzw. AGB vor. Wir prüfen, ob die zentralen Punkte geregelt sind, nicht ob jede Klausel identisch zu einer Vorlage ist.
Optional: gute Google-Bewertung
Eine gute öffentliche Bewertung ist ein zusätzliches, freiwilliges Signal — kein Aufnahmekriterium und kein Ausschlussgrund, wenn sie fehlt. Das Siegel ruht auf den belegbaren Fakten, nicht auf der Lautstärke im Internet.
Was das Siegel ausdrücklich nicht ist
Das BDH-Siegel ist kein Qualitäts-Award für die schönsten Bilder. Es ist kein Highend-Preis, keine Jury-Auszeichnung, kein Ranking. Wer das Siegel trägt, ist nicht „besser“ als ein Fotograf ohne Siegel, sondern nachweislich auf einem professionellen Fundament unterwegs.
Stil ist Geschmack, und Geschmack lässt sich nicht zertifizieren. Ob euch dunkle, körnige Reportagen oder helle, klare Bilder ansprechen: Das ist eure Sache. Würden wir Stil bewerten, würden wir genau die Vielfalt zerstören, die gute Hochzeitsfotografie ausmacht. Das Siegel hält sich aus eurem Geschmack heraus — mit Absicht.
Wann geprüft wird — und wie lange das Siegel gilt
Keine automatische Rezertifizierung und kein automatischer Siegelablauf durch Zeitablauf. Das Siegel gilt, solange Mitgliedschaft und Siegelstatus aktiv sind. Geprüft wird zum Zeitpunkt der Aufnahme gegen BDH-Kriterien v1. Endet die Mitgliedschaft oder wird das Siegel entzogen, ist das Siegel nicht mehr aktiv und darf nicht weitergeführt werden.
So prüft ihr ein Siegel per Code
Ein Logo allein beweist nichts — jedes Bild lässt sich kopieren. Deshalb hat jedes echte BDH-Siegel einen Prüfcode.
Code finden
Der Prüfcode steht beim Siegel auf der Website oder den Unterlagen des Fotografen.
Code eingeben
Ihr gebt ihn auf der BDH-Seite ein — der Status wird live aus dem Register abgerufen.
Ergebnis sehen
Ihr seht sofort, ob das Siegel zum Fotografen gehört und die Mitgliedschaft aktiv ist.
Zeigt die Prüfung kein aktives Ergebnis, sind Mitgliedschaft oder Siegelstatus nicht aktiv oder das Siegel wurde unberechtigt verwendet — in beiden Fällen wisst ihr genug, um nachzufragen. Nicht das Bild zählt, sondern der Eintrag in unserem Register.
Das Vertrauensversprechen
Wer ein gültiges Siegel trägt, hat es nachgewiesen — nicht behauptet.
Gewerbeanmeldung, regelmäßige Hochzeitstätigkeit, Portfolio und Vertragsgrundlage — geprüft gegen BDH-Kriterien v1. Keine Garantie für Stil, Verfügbarkeit, individuelle Bildqualität, rechtliche Fehlerfreiheit oder Hochzeitserfolg. Das ist alles, was wir versprechen. Und weil es nicht mehr ist, könnt ihr euch darauf verlassen.